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Österreichische Delegation reist nach Dagestan um regionales Anlagenpotential kennen zu lernen

Dagestan, 03.07.2008

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Heute haben sich der Vizepremierminister der Regierung der Republik Dagestan (RD) und der Minister für Investitionen und Außenwirtschaftsbeziehungen Maxim Schepakin mit der Delegation aus Österreich getroffen. Ziel dieses Treffens war die Einführung der österreichischen Delegation in das Investitions- und Anlagepotential Dagestans. Während der Begrüßung wies Vizepremierminister Schepakin sofort darauf hin, dass sowohl Projekte in einem bereits fortgeschrittenen Arbeitsstadium präsentiert würden, als auch jene, welche eine Einbindung der österreichischen Vertreter in den Entwicklungsprozess durch das Einbringen neuer Technologien ermöglichen.

Zu Beginn der konstruktiven Gespräche, wurden die Delegierten der Republik Österreich; der Experte für Außenwirtschaftsbeziehungen Günter Richter, der Direktor der GmbH für Infrastrukturtechnologien Paul Eschig, der Direktor der "Bertsch-Lasra Gmbh» Hubert Hakle und die Geschäftsführerin der „Progress Handelsges.m.b.H“ Irina Dschajani vorgestellt.

Die Vertretung Dagestans erfolgte durch die Minister für Bau-, Wohnungs- und Kommunalwirtschaft, Wirtschaft, Transport und Kommunikationsinfrastruktur Nisam Daudov und Kasbek Kandaurov, den stellvertretenden Landwirtschaftsminister der RD Omaraschab Abulmuslimov, den Vorsitzenden des Departements für die Verarbeitung von Obst und Gemüse des Landwirtschaftsministeriums Chalilbek Achmedov, den ersten stellvertretenden Minister für Kultur der RD Anatolij Karibov, den Executive Director von "GidroOgK" Timur Gamsatov, den Vertreter der Aktiengesellschaft "Geotermneftergas" Gassan Badavov und eine Reihe von Vertretern des Ministeriums für Investitionen der RD.

Der Minister für Investitionen präsentierte zunächst das Potential sowie besondere Investitionsmöglichkeiten auf unterschiedlichsten Gebieten Dagestans und ging anschließend vertiefend auf jene Themen ein, welche für die Gäste von besonderem Interesse waren. Er bemerkte, dass man nach Beendigung der Vorstellung diverser Anliegen seitens der regionalen Ministerien, präzisierte Interessen der Gastdelegation fokussieren wolle, da zurzeit die Ausarbeitung einiger Projekte beginne und man gerne österreichisches Know-How einbringen würde, um initiative Akzente zu setzen.

Der Minister für Bau-, Wohnungs- und Kommunalwirtschaft N.Daudov, betonte die Entwicklungsperspektiven in der Baubranche, welche seinen Angaben zufolge, im Jahr 2007 Umsätze von über 33 Mrd. Rubel verzeichnete.

Über 800.000 m2 Wohnfläche wurden im vergangenen Jahr geschaffen, was bis 2015 auf 1Mio. ausgeweitet werden soll, wodurch die Notwendigkeit für eine Produktion von mehr als 100Mio Stück Bauziegel entstünde. Der Zementbedarf dürfe sich auf etwa 3 bis 4 Mio. Tonnen pro Jahr belaufen.

Als weiterer wichtiger Aspekt wurde der erforderliche Bau diverser Reinigungs- sowie Müllverarbeitungsanlagen betont, da sich , basierend auf den Daten des Ministeriums, allein in der Hauptstadt pro Tag bis zu 700.000 m3 Müll anhäufen. Hochgerechnet auf 10 Städte erreicht diese Zahl demnach ein Ausmaß von bis zu 1,5 Mio. m3 pro Tag.

Im weiteren Verlauf der Präsentation betonte Nisam Daudov daher den Wunsch Dagestans, auch in diesem Bereich mit österreichischen Unternehmen zusammenzuarbeiten, da österreichische Technologien auf diesem Gebiet sehr ausgereift und hochentwickelt seien.

Bezüglich der Entwicklungen in Bereichen wie Industrie, Transport und Internationalen Beziehungen erklärte der erste stellvertretende Minister Ruslan Gadschibekov, das insbesondere die industrielle Produktion zu den Stärken der RD zähle und kürzlich mit dem Bau zweier Glasfabriken begonnen wurde. Ebenso floriere sowohl der Maschinenbau und die einhergehenden F&E-Arbeiten, sowie Branchen für Navigationsausrüstung und Schraubenpumpen, zur Gewinnung von Erdöl. Des Weiteren wurde das Potential des Meerhafens von Machatschkala erwähnt, da dieser der einzig nicht zufrierende des Kaspischen Meeres und zugleich mit allen Auto- und Hauptverkehrsstrecken verbunden ist.

Für einige Projekte dieser Bereiche haben die österreichischen Gesellschaften bereits großes Interesse gezeigt.

Als nächster Punkt stand die Tourismusbranche Dagestans an der Tagesordnung, welche stark von den speziellen klimatischen Bedingungen und der daraus resultierenden, einzigartigen Natur profitiert.

Eine kurze Skizzierung der aktuellen Lage ergab, dass trotz eines umfangreichen Angebots an Erholungs- und Unterhaltungsobjekten, die Regierung plant, die Qualität der Komplexe mithilfe von österreichischem Know-How zu steigern. Die Region verfügt über ausreichend Platz zur Errichtung von 3*- 5* Hotels und zeichnet sich speziell durch seine Meerlage, Berglandschaften und kulturhistorischen Denkmäler, wie die Derbensk-Zitadelle "Naryn-Kala" mit ihrer jahrhundertealten Geschichte aus.

Auch der landwirtschaftliche Zweig der Republik, welcher, zahlreichen Kennzahlen zufolge, führende Positionen im heutigen Russland einnimmt, wurde in diesem Rahmen vorgestellt.

Demzufolge verfügt, so der stellvertretende Landwirtschaftsminister, die Republik Dagestan über bis zu 5 Mio. Klein- und mehr als 1 Mio. Groß- und Hornvieh. Das Problem, wie O.Abulmuslimov bemerkte, liege in der enormen Produktionsüberlastung. „Wir brauchen dringend Unternehmen, durch welche eine Ausweitung der Produktionsabläufe und Steigerung der Kapazitäten möglich wird, da auf diesem Gebiet gegenwärtig keine Fortschritte verzeichnet werden können. Hierdurch ergäben sich erwähnenswerte Chancen und Möglichkeiten für Investoren und Holdinggesellschaften.“-betonte der Minister abschließend.

Den Präsentationsteil des Treffens beendete der Executive Director von "GidroOgK" Timur Gamsatov. Er erwähnte nochmals, dass auch ein expliziter Fokus auf Wasserkraftwerke gerichtet werde.

Bezüglich der Vervollständigungen auf gesetzgebender Ebene könne man sich auf russischer Seite eine Zusammenarbeit mit Österreich vorstellen, um an den Gesetzesentwürfen, welche während der letzten zwei Jahre entwickelt wurden und mitunter Überlassungen und einhergehende Steuerermäßigungen bei Eigentümerwechsel einschließen, anzuknüpfen.

Weitere Kooperationspotentiale entstünden durch die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Unterstützung von kleineren und mittelgroßen Wasserkraftwerken der Republik. Nachdem kürzlich mit dem Bau von 5 kleineren und einer mittelgroßen Wasserkraftstationen begonnen wurde, sollen nunmehr noch 4 weitere Kraftwerke errichtet werden.

Erstmals wurde in Russland ein Planungsschema geschaffen, das auch amerikanische und englische Partner einschließt. In Zukunft soll speziell im Bereich der Zulieferung von Hydroenergetik-Ausrüstungen eine enge Kooperation auch mit Österreich möglich werden.

Nach Beendigung des offiziellen Treffens wurden seitens der dagestanischen Minister noch explizite Fragen der österreichischen Delegation beantwortet und es wurde eine Besichtigung jener Objekte ermöglicht, welche für die Teilnehmer von besonderem Interesse waren.

Die Ergebnisse der bilateralen Verhandlungen wurden von beiden Seiten als äußerst positiv, insbesondere durch die herausragende Kooperationsbereitschaft bewertet, was durch den Abschluss eines Vertrags über die Absichten der beteiligten Parteien verdeutlicht wird.